Wangerooger Westturm CUP 2002
 
 
 
       Michael Blenk und Christoph Stössel gewinnen zum zweiten mal den Westturm CUP 

Die Nordsee zeigte am Regattatag einmal mehr, daß sie kein Binnensee ist und forderte den Seglern das allerletzte ab.  26 Catamarane gingen an den Start.  Der erste Lauf wurde bei SW Wind 4 gestartet und die Cats rauschten zur 1. Wendemarke. 
Im Verlauf des Rennens briste es merklich auf. ( Gemessen auf dem Startschiff wurden in der Spitze 6,3 B )  Winddrehung auf West und sehr schnell baute sich eine hohe unangenehme Welle auf.   Böen sorgten für eine Menge kenterungen. Kaum ein Segler kam ohne 2 - 3 Überschläge aus. 
Die meisten Cats drehten zum Strand  ab und beendeten die Wettfahrt mit DNF.

Zurück zum Freitag. Die auswärtigen Teilnehmer segelten bei sehr guten Bedingungen Freitagnachmittag zum Strand der Insel Wangerooge.  Ein warmer schöner Sommertag. Sichtlich zufrieden ob der schönen Tour wurden die Teilnehmer am Strand vom Orgateam mit einem " Schluck " begrüßt.  Am Kiosk  der Surfschule wurde geklönt und  der Sunddowner eingenommen. Der Tag klang aus mit Grillwurst und Bier.

Samstagmorgen 9.30 Steuermannsbsesprechung. Der Vorsitzende des WYC, Dr. Harald Seidenberg und der stv. Bürgermeister Uwe Osterloh begrüßten alle Teilnehmer und wünschten der Veranstaltung einen guten Verlauf.  Regattaleiter Heinz Schneider erläuterte den Kurs und schickte die Mannschaften aufs Wasser. 

Eine Menge Schaulustige säumten die Strandpromenade und beobachten das bunte Treiben.
Die Startlinie wurde paralell zum Badestrand in guter Sichtweite ausgelegt.  Beim 5-Minuten Signal war das Feld  auf dem Wasser weit verstreut.  Kurz vor dem Start  sammelten sich die Boote vor der Startlinie.
Ohne Frühstart gingen die Teilnehmer auf Kurs. Einige wenige haben sich etwas verschätzt und gingen erst einige Minuten später über die Startlinie. 

Teilweise im Doppeltrapez rauschten die Cats zur ersten Wendemarke. An dieser Stelle ein Dank  an die  Fa. SEGELSERVICE DETMOLD, die die großen, roten Wendemarken zur Verfügung gestellt hat.

Der Rest der Wettfahrt war gekennzeichnet von Kenterungen und Aufgaben und einem Seenotfall.
5 Teams erreichten das Ziel und gingen in die Wertung.

Michael Blenk und Christoph Stössel gewannen zum zweiten mal den Westturm Cup. Die anderen Teams hatten mit den Bedingungen ihre Probleme beim wenden. Kenterungen über Kenterungen. Erschöpft und sehr nass kamen die meisten Teams an den Strand zurück. 

Bei einem Cat brach der Carbonmast. Dieses Schiff wurde von einem Sicherungsboot der DLRG an den Strand zurückgeschleppt.  Einen 16er hat es bei der Kenterung östlich der Wendemarke "Pegel" regelrecht zerlegt. An diesem Boot ist fast alles gebrochen was zu brechen war. Die Mannschaft wurde von der DLRG abgeborgen. Das Boot wurde vom Startschiff noch in Schlepp genommen, musste aber dann doch aufgegeben werden.

Vom Strand wurde beobachtet, daß das Boot ohne Besatzung geschleppt wurde. Da brach natürlich eine mittlere Panik aus. Über das am Strand vorhandene Seefunkgerät war kein Kontakt zur DLRG oder dem Startschiff zu bekommen. 

Die Besatzungen der Sicherungsboote  hatten alle Hände voll zu tun die Situation im Griff zu halten. In der Nachbesprechung wurde mitgeteilt, dass ein in die Jade fahrendes Containerschiff die Kenterungen beobachtet hat und bereits über Kanal 16 die RCC und Jade Traffic informiert hatte.
Danach liefen dort noch weitere Anrufe von besorgten Teilnehmern und Gästen über Handy auf.
Das Containerschiff änderte etwas den Kurs,  damit der Tiger vorbeitreiben konnte.

Der Steuermann war die Ruhe selbst - " Wir treiben nach Minsener Oog - holt uns später dort ab" 
Darauf ließ sich die Besatzung des DLRG - Bootes natürlich nicht ein und stellte eine Schleppverbindung her. Die starke  Leine zwischen dem Cat und dem DLRG Boot ist mehrfach gerissen. Zwischenzeitlich traf das Rettungsboot der DGZRS,  WILMA SIRKOSKY, das auf Wangerooge stationiert ist, ein.  Der Rettungshubschrauber der SAR aus Helgoland  kreiste nun auch über dem geschehen, drehte jedoch wieder ab, nachdem über Funk die Situation geklärt werden konnte.  Erst durch sanften "Druck" der Besatzung der Sirkoski gab der Steuermann sein Boot auf und wurde vom Rettungsboot aufgenommen und mit zum Hafen Wangerooge gebracht. 

Nachdem die gesicherte Information am Strand eingetroffen war, daß alle Besatzungsmitglieder unversehrt aufgenommen worden sind, entspannte sich die Lage.

Der aufgegebene 16er trieb am späten Nachmittag am Ostende der Insel Wangerooge an.  Von der Wasserschutzpolizei kam die Nachricht, daß der Tiger an der Buhne vor Minsener Oog angetrieben ist. 
Auf dem Kopf lag er wie ein Fels in der Brandung. Am Dienstag wurde er vom Eigner geborgen.
Mast, Segel, ein Ruderblatt  kaputt oder weg, ein Wing verbogen. Rümpfe, Trampolin intakt. Die Tasche mit dem Spi war ungeschädigt - selbst die beiden Schwerter gingen nicht verloren. 

Aufgrund der so schnell geänderten Wetterbedingungen wurden die weiteren Läufe, die am Samstag geplant waren,  abgesagt,
Ein Teil der Regattateilnehmer  nahm die Gelegenheit wahr sich die Insel anzusehen. Nachmittags bei Kaffee und Butterkuchen wurden die Erlebnisse ausgetauscht. 

Um 19.00 Uhr wurde die Party am Strandkorbschuppen eröffnet. Das Umfangreiche Gutscheinpaket wurde schnell in ausreichend   Grillgut und  Getränke umgetauscht.  Musikalisch wurde der Abend mit Livemusik der Band " Four Kings " begleitet  ( es waren aber nur 2 da - die machten aber Musik für 4 ) 

Bei der Preisverteilung wurden die beiden unglücklichen Bootsbesatzungen, die ihre Boote aufgeben mussten, mit  standing Ovations empfangen.

Als Erinnerung erhielt jeder Teilnehmer ein Handtuch mit einem aufgestickten WESTTURM und dem Schriftzug Wangerooge. Als Hauptpreise wurden u.a.  ein  Wochenende in einer Ferienwohnungen für 2 Personen, ein GPS für den Cat, eine Automaticrettungsweste, eine Cattrapezhose, eine Regattauhr  und viele weitere Preise vergeben.   Die Frauencrew erhielt eine Flasche  Sekt.
Die jüngsten Mitsegler Mele (12) und  Jan Derk ( 14) bekamen als Sonderpreis eine wasserdichte Wangerooge-Uhr.
Das Team  Missmahl/Albrecht wurde vom  Regattaleiter nachträglich disqualifiziert. - Sie hatten eine falsche Meldung angeben, in dem sie 2 Besatzungsmitglieder angaben, tatsächlich aber zu Dritt waren. Der oder die Dritte wird Anfang des Jahres 2003 das Licht der Welt erblicken.  Als Trost gab es aber eine Flasche Sekt.
Bis in die Morgenstunden wurde in der Strandkorbhalle unmittelbar am Takelplatz gefeiert, getanzt und geklönt.

Gegen Sonntagmittag fanden sich nach und nach alle Teilnehmer wieder am Strand ein.  Nach einem Blick an das Westende der Insel stand fest, daß heute keiner zwischen Wangerooge und Spiekeroog durch das Gatt segelt.   11 Cats wurden kurzerhand mit 2 E-Karren,bei  stehendem Mast,  über die Insel zur Wattseite gefahren. Mit auflaufendem Wasser konnten so alle sicher die Fahrt zum Festland antreten. Das Gepäck wurde mit einer weiteren E.-Karre zum Hafen, und mit dem Startschiff " Blue Bird" nach Harlesiel gefahren.

Hendrik und Tim segelten vom Strand nach Cuxhaven. Hendrik rief mich abends an und sagte " wenn in Saalenburg schon Wasser gewesen wäre, hätte ich die 2 Stundenmarke unterboten."
Unsere Wilhelmshavener Freunde, die das Revier vor und um die Insel Wangerooge genauso gut kennen wie wir,  traten am späten Nachmittag auch die Heimreise an. Ein Cat musste jedoch wegen Ruderschaden hierbleiben. Einige andere Teilnehmer ließen die Boote auf Wangeroge liegen um sie später abzuholen.

                        Wir können auf Wangerooge alles organisieren - nur das Wetter nicht .
Unser Regattaleiter Heinz Schneider, unser Vereinpräsident Dr. Harald Seidenberg und ich sind uns aber einig.

               " W i r    m a c h e n     w e i t er  -     je t z t      e r s t     r e c h t "

Last but not least möchte ich mich  bei den vielen vielen Helfern bedanken, ohne deren Unterstützung und unermüdlichen und freiwilligen  Einsatz  diese Regattaveranstaltung gar nicht durchzuführen wäre.
 

Volker Nannizzi (ORGA)

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